Früher oder später kommt für die allermeisten Dampfer der Zeitpunkt, an dem die erste Flugreise mit einer E-Zigarette im Gepäck ansteht. Um dir dabei unnötigen Stress zu ersparen, solltest Du ein paar Dinge beachten.

Die E-Zigarette richtig im Flugzeug transportieren

Mitte 2015 hat die Internationale Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) beschlossen, dass E-Zigaretten nicht mehr im aufgegebenen Gepäck transportiert werden dürfen, sondern fortan ins Handgepäck müssen. Außerdem wird davon gesprochen, dass das Laden der E-Zigaretten im Flugzeug verboten ist.

Wer also unnötigen Diskussionen und Stress aus dem Weg gehen möchte, sollte sich folgendermaßen auf den nächsten Flug vorbereiten:

  1. Wenn möglich: Akku(s) aus der E-Zigarette entfernen
  2. Wenn möglich: Akkuträger und Verdampfer auseinander schrauben
  3. Das restliche Liquid aus dem Verdampfer bzw. den Pod aus der E-Zigarette entfernen
  4. Alles sicher verstauen und ins Handgepäck packen
  5. Erst nach der Landung wieder auspacken/zusammenbauen und befüllen

Theoretisch können einzelne Fluggesellschaften in Details abweichende Vorgaben haben. Ein kurzer Blick auf die aktuellen Vorgaben kurz vor Reiseantritt schadet daher nicht.

Liquid im Flugzeug – Was darf ins Handgepäck?

Nachdem dein Gerät versorgt ist, muss natürlich auch noch Liquid ins Gepäck. Reist Du nur mit Handgepäck greifen die üblichen Vorschriften für Flüssigkeiten im Handgepäck. Du darfst daher nur durchsichtige Behälter mit einem maximalen Inhalt von 100ml verwenden. Diese müssen in einen wiederverschließbaren Beutel passen, der nicht mehr als einen Liter Fassungsvermögen haben darf.

Meiner Erfahrung nach ist es dabei praktischer anstelle einer großen Flasche mehrere kleinere einzupacken. So lässt sich der knappe Platz im Beutel etwas besser ausnutzen. Vereinzelt findet man Diskussionen darüber, ob es besser ist Liquidflaschen mit oder ohne Etikett zu verwenden. Während einige Menschen meinen, dass die Warnhinweise auf Etiketten Probleme gemacht haben sollen, wollen andere Probleme bekommen haben, weil der Inhalt der Flaschen ohne Etikett nicht klar ersichtlich war. Ich bin bisher nur mit Liquidflaschen ohne Etikett geflogen (innerhalb der EU) und hatte damit auch noch keine Probleme.

Allerdings kann ich mir bei beiden Varianten durchaus vorstellen, dass man mal an einen Securitymitarbeiter gerät, der sich darin ein Problem sieht. Das wäre natürlich sehr ärgerlich, aber in einem solchen Fall kann ich nur raten einmal ruhig und freundlich darüber zu sprechen. Lässt der Mitarbeiter sich dadurch nicht überzeugen, nimm es einfach hin und besorge dir neues Liquid an deinem Zielort. Im Zweifelsfall ist das günstiger als ein verpasster Flug wegen Stress bei der Sicherheitskontrolle.

Liquid im aufgegebenen Koffer

Die Menge an Flüssigkeiten im Aufgabegepäck, also deinem Koffer, ist grundsätzlich erst einmal nur durch die erlaubten Maße bzw. das zulässige Gewicht deines Koffers beschränkt. Aber selbst wenn Jemand meint, dass die Gefahrgutvorschriften der IATA („Kosmetische oder medizinische Artikel, die nicht radioaktiv sind“) für Liquid ebenfalls greifen, solltest Du bis zu zwei Liter in Behältern zu jeweils maximal 0,5 Litern ohne Bedenken transportieren können. Wenn du wirklich nur Liquid für den eigenen Bedarf innerhalb von ein bis zwei Wochen dabei hast, solltest du also selbst bei enormen Verbrauch eigentlich keinerlei Probleme damit haben es in deinem Koffer unterzubringen.

Ein bisschen Frischhaltefolie hilft beim Transport von Liquid im Flugzeug, damit alles in der Flasche bleibt.
Frischhaltefolie sichert das Liquid in der Flasche beim Flug zusätzlich.

Ganz grundsätzlich solltest Du aber darauf achten, dass die Liquidflaschen möglichst wenig Luft enthalten. Das senkt das Risiko, dass das Liquid beim sich verändernden Luftdruck herausgedrückt wird.

Zusätzlich hilft es etwas Frischhaltefolie über die Spitze und das Gewinde der Flasche zu machen und dann den Deckel drauf zu schrauben. So habe ich meine Liquidflaschen bisher immer völlig ohne Siffen transportiert bekommen.

Beim Transport im Koffer solltest Du die Liquidflaschen am besten noch zusätzlich in einer Dose verstauen (ich nehme i.d.R. stabile Modelle von Tupperware oder Vergleichbares). So wird dann auch bei groben Umgang kein Liquid aus der Flasche herausgedrückt.

Dampfen am Flughafen

Aktuell wird soweit es mir bekannt es das Dampfen an allen Flughäfen mit dem Rauchen gleichgesetzt. Du darfst also nur dort dampfen, wo auch das Rauchen erlaubt ist.

Ich fand die kleinen Kammern oder auch größeren Lounges als Raucher schon ekelig, aber als Dampfer ist es nochmals eine Nummer schlimmer. Wenn Du also lange genug darauf verzichten kannst, ist die klare Empfehlung möglichst die Raucherbereiche vor dem Flughafen zu nutzen.

Als Notlösung habe ich ansonsten ein kleines Podgerät mit dabei. Zwei Pods sind mit im Beutel für Flüssigkeiten im Handgepäck. So muss man nicht nach der Sicherheitskontrolle und vor dem Einsteigen lange mit dem normalen Gerät rumfrickeln, sondern man hat nach dem Dampfen alles schnell wieder verstaut.

Dampfen und rauchen an den größeren deutschen Flughäfen

  • Flughafen München (MUC) – Die Raucherbereiche findest Du im Terminal 1 (Module A,B,C,D und F) und auch im Terminal 2 (Gates G, H, K und L) im nicht-öffentlichen Bereich nach der Sicherheitskontrolle. (Quelle)
  • Flughafen Düsseldorf (DUS) – In den Sicherheitsbereichen der Flugsteige A, B und C sind Lounges für Raucher eingerichtet. (Quelle)
  • Flughafen Hamburg (HAM) – Es sind mehrere Raucherkabinen und -Lounges vorhanden (s. Lageplan unter „Service“). (Quelle)
  • Flughafen Frankfurt (FRA) – Im Terminal 1, Gatebereich A, B und Z und imTerminal 2, Gatebereich D, E. (Quelle)
  • Flughafen Berlin Tegel (TXL) – Hier ist die einzige Möglichkeit zum Rauchen im Flughafen in der „C-Lounge“ gegeben, zu der man aber nur als Gast bestimmter Airlines, mit Priority Pass oder gegen eine Gebühr von aktuell 36€ Zutritt erhält. (Quelle)
  • Flughafen Berlin Schönefeld (SXF) – Im Flughafen sind keine Möglichkeiten zum Dampfen vorhanden.
  • Flughafen Stuttgart (STR) – Im Terminal 1 bei den Gates 144 und 170. Außerdem im Terminal 3 bei Gate 330 sowie in Terminal 4 bei den Gates 410 und 412. (Quelle)
  • Flughafen Köln Bonn (CGN) – es gibt zwei Raucher-Lounges. In Terminal 1 bei Cafetiero am Gate B 70/73, in Terminal 2 gegenüber von Gate D 71. (Quelle)
  • Flughafen Hannover (HAJ) – Raucherkabinen sind vorhanden. (Quelle)
  • Flughafen Nürnberg (NUE) – In Terminal 1 an den Gates A30, A22 und A25. (Quelle)

Dampfen im Flugzeug

Auch im Flugzug wird das Dampfen mit dem Rauchen gleichgesetzt und ist dementsprechend verboten. Die Versuchung das irgendwie zu umgehen, ist besonders auf Langstreckenflügen groß, aber tue es bitte nicht. Der Ärger, den man sich damit einhandelt, ist gewaltig und ist es auch bei der schlimmsten Nikotinsucht nicht wert.

Es bleiben dir leider nur die herkömmlichen Hilfsmittel, wie bspw. Nikotinkaugummis oder -pflaster. Gegebenenfalls ändert sich das in Zukunft, aber ehrlicherweise würde ich mir da zumindest kurzfristig keine allzu großen Hoffnungen machen.

Bestimmungen im Zielland beachten

Abgesehen davon, was Du im Flugzeug transportieren darfst, solltest Du dich, wenn es ins Ausland geht, auch darüber informieren, was dort bezüglich des Dampfens erlaubt ist und was nicht. Innerhalb der EU gibt es nur kleine Unterschiede zu den deutschen Gesetzen, aber in einigen asiatischen oder auch arabischen Ländern gibt es teils heftige Einschränkungen und Verbote.

Ankunft aus nicht-EU-Ländern

Auf der anderen Seite gibt es aber auch immer noch einige Länder, in denen die Restriktionen beim Dampfen noch nicht so ausgeprägt sind wie in der EU. Beispielsweise ist dort oft Nikotin in einer deutlich höheren Konzentration als 20mg pro Milliliter erhältlich. Wenn der deutsche Zoll es dann bei der Rückreise in deinem Gepäck entdeckt, wirst du mit einer Anzeige rechnen müssen.

Dennis Virkus
Dennis Virkus

Nach guten 16 Jahren als Raucher bin ich von Zigaretten aufs Dampfen umgestiegen. Damit dir das ebenfalls gelingt, teile ich mein Wissen zu dem Thema.

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