Wenn Du über den Umstieg aufs Dampfen nachdenkst, ist es total naheliegend zu fragen: Wie viel kostet dampfen überhaupt? Wie so oft ist eine pauschale Antwort auf diese Frage schwierig, aber eine gute Orientierung können wir dir auf alle Fälle geben!

Initiale Kosten fürs Dampfen

Wie schon angesprochen, gibt es beim Dampfen keine Möglichkeit so einfach wie beim Rauchen etwas zu den Kosten zu sagen. Neben den regelmäßigen Kosten für Verbrauchsmaterialien kommen nämlich noch Anschaffungskosten hinzu. Und auch dabei gibt es nochmals eine größere Spanne der möglichen Ausgaben.

Ein Pod-System zum Ausprobieren

Ich selbst war anfangs ziemlich unsicher, ob das Dampfen wirklich etwas für mich ist. Mit hat ein Pod-System dabei geholfen den Umstieg anzugehen. Die Benutzung ist maximal unkompliziert und zwei oder drei Abende nach der Arbeit mit dem Pod-System anstelle von Zigaretten haben mir gezeigt, dass das Ganze für mich funktioniert.

Ein Start-Set mit allem, was man braucht, gibt es für rund 20€.

Der Start mit Fertig-Verdampferköpfen

Mir wurde aber relativ schnell klar, dass die Akkuleistung meines Pod-Systems für einen ganzen Tag zu wenig sein würde und auch die laufenden Kosten für die Pods (siehe unten) würden schnell ins Geld gehen. Daher war für mich der nächste Schritt eine E-Zigarette, die mit Fertig-Verdampferköpfen (die bereits mit Draht und Watte bestückt sind und einfach ausgetauscht werden können) betrieben wurde. Der Akku war dabei immer noch fest verbaut, aber man konnte einfach Liquid nachfüllen und die Verdampferköpfe bei Bedarf ganz einfach wechseln.

Hier lag das Set aus Verdampfer und Akkuträger bei etwa 30€.

Der erste Selbstwickler

Erneut waren es dann u.a. die laufenden Kosten, die mich zum nächsten Schritt gebracht haben: Ein Selbstwickelverdampfer, bei dem man die Coil selbst anfertigen und tauschen kann und dementsprechend auch die Watte jederzeit selbst wechseln kann. Gleichzeitig wollte ich aber auch auf einen Akkuträger umsteigen, bei dem man die Akkus tauschen kann.

Bei Verdampfern geht die Spanne von ca. zehn Euro bis über 200€, für um die 30€ bekommt man aktuelle und geschmacklich mindestens solide Modelle.

Auch bei den Akkuträgern gehen die Preise bis auf über 100€ hoch, aber auch hier gibt es für rund 30€ bereits alltagstaugliche Einstiegsmodelle.

Hinzu kommen dann noch:

  • Zwei bis sechs Akkus (immer doppelt so viele, wie der Akkuträger aufnehmen kann, damit ein Satz immer geladen ist), die pro Stück um die fünf Euro kosten.
  • Ein Ladegerät für die Akkus, das bei 15€ bis 30€ liegt.
  • Watte und Draht für die ersten Monate – wenn man nicht direkt die großen Mengen nimmt, sondern erst einmal ein bisschen probieren möchte, bekommt man beides zusammen für rund zehn Euro.
  • Ein Wickel-Set mit Pinzetten, Schraubendrehern, Wickelhilfe etc., dass nicht zwingend nötig ist, aber mir war es lieber, dass die Werkzeuge dann wirklich nur für die E-Zigarette verwendet werden. Preislich liegt man dabei zwischen 20€ und 40€.

Im Mittel landest Du hier also bei einmaligen Kosten von etwa 140€.

Was kostet dampfen im Monat?

Auch die monatlichen Kosten hängen natürlich ganz davon ab, für welchen Weg Du dich entscheidest. Daher möchte ich es dir auch hier etwas aufschlüsseln.

Laufende Kosten mit einem Pod-System

Bei den herkömmlichen Pod-Systemen, die es inzwischen auch an vielen Tankstellen und Kiosken gibt, wird der Pod leer gedampft und dann weggeschmissen. Der Pod ist hierbei also das eigentliche Verbrauchsmaterial. Wenn Du bisher regelmäßig geraucht hast, musst du mit einem Verbrauch von etwa ein bis zwei Pods am Tag rechnen. Eine Packung mit zwei Pods kostet rund sieben Euro. Die Ersparnis im Vergleich zum Rauchen hält sich in einem solchen Fall arg in Grenzen.

Allerdings lassen sich einige Pods aber öffnen und selbst neu mit Liquid und teilweise sogar Watte befüllen. Das ist aber auf Grund der Größe teils recht frickelig. Im Prinzip kannst Du dann lieber gleich selbst wickeln.

Außerdem gibt es seit einiger Zeit aber auch Systeme, bei denen die erneute Befüllung explizit vorgesehen ist und sich die (Fertig-)Coils auch wechseln lassen. Dann sind die laufenden Kosten vergleichbar zu einer „herkömmlichen“ E-Zigarette mit Fertig-Verdampferköpfen. Die im direkten Vergleich meist geringere Größe der Pod-Systeme ist in diesem Fall dann häufig das Argument für das Pod-System.

Regelmäßige Kosten einer E-Zigarette mit Fertig-Verdampferköpfen

Wenn Du einen Verdampfer mit fertigen Verdampferköpfen verwendest, benötigst du regelmäßig Liquid und eben die Verdampferköpfe. Sie liegen pro Stück ungefähr zwischen 1,50€ und drei Euro. Das klingt erst einmal nicht so viel, aber das Problem ist, dass bei allen Verdampferköpfen, die mir bisher begegnet sind, die Serienstreuung extrem hoch war. Sie halten zwischen drei Tagen und sechs Wochen – ohne die absoluten Montagsmodelle, die auch bei korrekter Handhabung quasi direkt kaputt gehen.

Neben der Herstellungsqualität hat auch die Zusammensetzung deines Liquids einen Einfluss darauf, wie schnell der Verdampferkopf ausgewechselt werden muss. Ist es sehr süß (oder auch „kalt“) wirst Du mindestens einmal pro Woche den Kopf austauschen müssen. Warum das so ist, erfährst Du im Artikel zum Thema Dry Hit.

So schwanken die monatlichen Kosten hier je nach deinem Nutzungsverhalten zwischen rund einem und fünfzehn Euro.

Die Liquidkosten gucken wir uns gleich noch genau an.

Monatliche Kosten beim Selbstwickeln

Auch als Selbstwickler musst Du regelmäßig deine Coil und die Watte tauschen und verbrauchst natürlich auch Liquid. Möchtest Du erst einmal nicht groß mit unterschiedlichen Drahtarten und -stärken oder auch verschiedenen Wattesorten experimentieren, solltest Du mit dem oben empfohlenen Startpaket für zehn Euro locker ein Jahr (wenn nicht sogar noch länger) hinkommen. Tendenziell wird dein Verbrauch an Material hier bei unter 0,50€ pro Monat liegen.

Kommen wir nun endlich zum Liquid.

Fertiges Liquid vs. Selber mischen

Solange Du nicht nur geschlossene Pod-Systeme verwendest, benötigst du immer auch Liquid. Wie auch bei den Coils gibt es hier die bequemere, aber dafür etwas teurere Fertig-Variante und die Möglichkeit selbst tätig zu werden und dabei günstiger wegzukommen.

Fertiges Liquid darf in Deutschland, wenn es Nikotin enthält, maximal in 10ml Fläschchen verkauft werden. Diese liegen in der Regel zwischen zwei und fünf Euro. Abhängig von deinem Liquidverbrauch pro Tag kann das schnell ins Geld gehen. Selbst bei den günstigen Liquids für zwei Euro bist Du bei einem Verbrauch von 5ml am Tag auf 30 Tage umgerechnet bei 30€.

Daher mischen sich viele Dampfer ihr Liquid lieber selbst. Am günstigen wird es, wenn man direkt größere Mengen der einzelnen Bestandteile einkauft:

  • Base pro Liter maximal 10€, im Angebot oder als Kanister mit fünf Litern auch fünf Euro pro Liter möglich
  • Nikotinshots 100 Stück für 40€
  • 10 ml Aroma liegen zwischen zwei und 15€

Hinzu kommen einmalig Flaschen zur Aufbewahrung des Liquids, ggf. Trichter und Messbecher sowie Einwegspritzen zur Abmessung des Aromas. Für rund 20€ solltest Du eine solide Grundausstattung bekommen.

Die größte Stellschraube ist hierbei der Preis bzw. die empfohlene Dosierung des Aromas. Sechs Euro bei knapp 10% Dosierung sind bisher meine persönliche Schmerzgrenze. Tatsächlich versuche ich aber in der regel deutlich darunter zu bleiben und Aromen mit ein bis fünf Prozent Dosierungsempfehlung zu verwenden.

Gehen wir beispielhaft von einem Aroma mit 2,5% Dosierungsempfehlung aus, dass 5€ pro 10ml kostet. Die 10ml reichen also für 400ml Liquid. Hinzu kommen dann für eine Nikotinkonzentration von 9mg/ml 18 Nikotin-Shots (je 10ml mit 20mg/ml), die zusammen 7,20€ kosten sowie 210ml Base im Wert von 2,10€ (bei 10€ pro Liter). Das macht 14,30€ für 400ml Liquid oder rund 0,36€ für 10ml.

Gehen wir davon aus, dass Du rund 5ml Liquid pro Tag verbrauchst, kommst Du so im Monat auf 10,80€. Abhängig von deiner gewünschten Nikotinkonzentration und der Aromadosierung kann dieser Betrag sich natürlich nach oben oder unten ändern, aber rund ein Drittel der Kosten gegenüber fertigem Liquid ist als Orientierungswert durchaus realistisch.

Die möglichen Unterschiede kannst Du aber auch schön anhand der Daten aus unserer Untersuchung zu den beliebtesten Aromen und Fertig-Liquids sehen:

Kosten für fertig gekauftes Liquid vs. selbst gemischtes Liquid.

Für das selbstgemischte Liquid sind wir dabei von fünf Nikotinshots zu jeweils 0,40€, Base im Wert von 0,19€ (Literpreis 5€) und 6,51€ für 11,1ml Aroma ausgegangen. Wenn wir nicht einmal am Preis des Aromas etwas ändern, sondern nur die Dosierung von den durchschnittlich 11,1% bei den beliebtesten Aromen auf die 2,5% aus unserem Beispiel, wird das nochmals deutlicher. Dann liegen die Kosten für das benötigte Aroma nämlich nur noch bei 1,46€ und insgesamt würden die 100ml nur noch 3,65€ kosten – weniger als 10ml von so manchem Fertig-Liquid.

Ist dampfen also billiger als rauchen?

Die Beispiele im Artikel sollten dir schon gezeigt haben, dass Dampfen in den meisten Fällen günstiger als Rauchen ist. Die einmaligen Anschaffungskosten sind nach kurzer Zeit durch das gesparte Geld wieder drin. Auch bei den monatlichen Kosten bleibt ein ehemaliger Raucher in der Regel weit unter dem Betrag, der früher jeden Monat für Zigaretten ausgegeben wurde.

Ich habe meine Zigaretten lange Zeit selbst gestopft und lag damit jeden Monat ca. zwischen 50€ und 70€. Hätte ich fertige Zigaretten gekauft, wären es in etwa 200€ im Monat gewesen. Für das Dampfen gebe ich nun monatlich weniger als 15€ aus – zumindest solange der HWV nicht wieder zuschlägt…

Dennis Virkus
Dennis Virkus

Nach guten 16 Jahren als Raucher bin ich von Zigaretten aufs Dampfen umgestiegen. Damit dir das ebenfalls gelingt, teile ich mein Wissen zu dem Thema.

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