Ein Verdampfer (engl. Atomizer) ist einer der wesentlichen Bestandteile einer E-Zigarette. Hier wird das Liquid „aufbewahrt“ und, wie der Name schon verrät, auch in Dampf umgewandelt, also verdampft. Ohne Verdampfer gibt es keine E-Zigarette – so einfach könnte man es zusammenfassen. Was es mit Verdampfern genau auf sich hat, erklären wir im Folgenden.

Aufbau eines Verdampfers

Inzwischen gibt es auf dem Markt eine Vielzahl unterschiedlicher Verdampfer-Modelle, die alle aber sämtlichen unterschieden in Details zum Trotz auf den gleichen „Basiselementen“ beruhen. Daher gibt es jetzt zunächst einen grundsätzlichen Überblick und zu den möglichen Unterschieden kommen wir dann etwas später weiter unten.

Tank

Das zu verdampfende Liquid muss irgendwo „aufbewahrt werden“. Dafür steht je nach Modell ein unterschiedlich großer Tank zur Verfügung. Einige lassen sich von oben befüllen, andere von unten und wieder andere sogar von der Seite.

Verdampferbasis / Deck

Die Verdampferbasis ist das Herzstück des Verdampfers, dass üblicherweise durch eine Verdampferkammer, die über den sogenannten Kamin mit dem Mundstück verbunden ist, vom Liquid im Tank getrennt wird. Hier finden sich auf dem sogenannten Deck die Kontakte, an denen eine oder mehrere Coils („Heizwendeln“ aus Draht) befestigt werden, die dann auf Knopfdruck durch Strom zum Glühen gebracht werden und das Liquid verdampfen. In dieser Heizspirale steckt ein Trägermaterial (heutzutage so gut wie immer Watte), dass das Liquid aus dem Tank zum Draht bringt.

Gewinde

Auf der Unterseite des Verdampfers befindet sich immer ein Gewinde, heutzutage eigentlich so gut wie immer ein sogenanntes 510er Gewinde, das es erlaubt den Verdampfer auf den Akkuträger zu schrauben. Es ist quasi zum Industriestandard geworden und andere Gewinde finden praktisch keine Verwendung mehr bei aktuellen Verdampfern. Insofern muss man sich darum in aller Regel keinen großen Kopf machen und kann davon ausgehen, dass das Gewinde eines Verdampfers (fast) immer auf einen Akkuträger passt.

Verdampfer mit 510er Gewinde und verstellbarem Pluspol.

Im Inneren des Gewindes befindet sich auch noch ein Kontaktpin (Pluspol), der die Verbindung zum Akku(-träger) herstellt und den Stromfluss in Richtung Coil ermöglicht. Viele Modelle haben einen Schlitz in diesem Pin, der deutlich zeigt, dass man mit Hilfe eines Schraubendrehers den Pin raus- oder rein drehen kann. Bei einigen Akkuträgern ist eine solche Anpassung nötig, damit der Verdampfer Kontakt bekommt oder eben keine Lücke zwischen Akkuträger und Verdampfer mehr vorhanden ist, wenn er zu weit heraus steht. Etwas seltener sind Modelle mit einem gefederten Pluspol, der im Zweifelsfall beim Aufschrauben automatisch rein gedrückt wird, falls er zu weit hervorsteht.

Airflow (Control)

Alle Verdampfer haben auch noch mindestens eine feste Öffnung, die es erlaubt beim Zug auch Luft mit anzuziehen. Ohne eine solche Öffnung würde das übliche Prinzip einer E-Zigarette nicht vernünftig funktionieren. Die Luft wird dabei so geführt, dass sie beim Ziehen um die Coil „herum fließt“, in der Regel durch ein oder mehrere Löcher, die sich direkt unter oder seitlich der Coil befinden.

Eine ganze Reihe älterer Verdampfer, bei denen die Öffnung für die Luftzufuhr selbst nicht verstellbar ist, verfügt über wechselbare Einsätze mit unterschiedliche großen Löchern, die es erlauben den Widerstand beim Ziehen zu regulieren (kleines Loch = höherer Widerstand, großes Loch = mehr Luft kann durch, also geringerer Zugwiderstand). Der große Nachteil hierbei ist, dass man den Verdampfer öffnen muss, wenn man diese Einsätze umbauen möchte. Allerdings gleicht sich das auch wieder aus, denn hat man einmal den gewünschten Zugwiderstand gefunden, kann sich daran auch nichts mehr verstellen.

Bei vielen aktuellen Verdampfern besteht die Möglichkeit über eine sogenannte AFC = Airflow Control (manchmal auch nur „AF“ für Airflow) auch im Betrieb noch weitere Löcher zu öffnen, um neben dem Dampf noch zusätzlich Luft mit anzusaugen. Üblicherweise kann man die Größe dieser Öffnung (bzw. die Anzahl der Öffnungen) und damit die mit angesaugte Luftmenge mit Hilfe eines drehbaren Rings steuern. Ist dieser zu leichtgängig, kommt es schon mal vor, dass sich hier ungewollt etwas verstellt.

Drip Tip

Das Drip Tip, das sich am oberen Ende des Verdampfers befindliche bzw. einsetzbare Mundstück, ist austauschbar und gehört damit eigentlich nicht so richtig zum Verdampfer. Da man aber auch nicht drauf verzichten kann (in der Theorie kann man sicherlich auch direkt an der oberen Öffnungen des Verdampfers ziehen, aber das möchte wirklich niemand gerne tun), führen wir es hier der Vollständigkeit halber mit auf.

So funktionieren Verdampfer

Die grundlegende Funktionsweise eines Verdampfers bei E-Zigaretten ist recht schnell erklärt: Das Liquid aus dem Tank wird durch Unterdruck und Kapillareffekt¹ über ein Trägermaterial (zumeist Watte) zu dem oder den Coil(s) befördert. Diese Heizwendeln werden durch betätigen des Feuertasters mit Strom durchflossen, erwärmen sich (s. Erster Joulsches Gesetz²) und lassen so das Liquid verdampfen.

Zieht man nun am Mundstück, wird die über die Airflow eingesogene Luft an den Coils vorbei zusammen mit dem nun dampfförmigen Liquid angesogen. Die Menge des Dampfers hängt dabei unter anderem von der für das Liquid verwendeten Base und der genutzten elektrischen Leistung ab.

Die unterschiedlichen Arten von Verdampfern

Fertigcoil Verdampfer

Fertigcoil Verdampfer sind Modelle, bei denen fertige Coils samt Trägermaterial, also Verdampferköpfe, eingeschraubt oder -gesteckt werden können, um den Verdampfer zu nutzen. Sie sind besonders bei Umsteigern beliebt, die den Weg weg von der Zigarette so einfach und komfortabel wie möglich gestalten möchten.

In der Nutzung sind sie wie schon gesagt denkbar simpel: Fertigcoil einbauen, den Tank mit Liquid befüllen, den Verdampfer auf den Akkuträger schrauben und los dampfen. In regelmäßigen Abständen (abhängig von Modell, verwendetem Liquid und Dampfverhalten) ist der Verdampferkopf dann „abgenutzt“ und muss gewechselt werden.

Für einige Modelle sind aber auch sogenannte RBA erhältlich, die es erlauben Fertigcoil Verdampfer als Selbstwickler Verdampfer zu nutzen.

Pods

Auch bei Pods handelt es sich um Verdampfer. Der große Unterschied ist, dass der überwiegende Teil der auf dem Markt erhältlichen Modelle in sich geschlossene Systeme sind, bei denen der Tank mit Liquid vor befüllt ist und sich auch nicht neu befüllen lässt. Auch gibt es in den meisten Fällen keinen Verdampferkopf zum Wechseln bzw. ist die Möglichkeit Coil (oder Watte) zu wechseln vom Hersteller zumeist zumindest nicht vorgesehen.

Außerdem ist die Funktionsweise ein klein bisschen anders, da hier zumeist eine Zugautomatik zum Einsatz kommt, bei der der Feuertaster am Akkuträger nicht betätigt werden muss, sondern der Stromfluss durch den Luftdruck beim dran Ziehen aktiviert wird.

Selbstwickler Verdampfer

Über kurz oder lang landen die meisten Dampfer bei Selbstwickler Verdampfern. Sie sind nicht nur in der Nutzung deutlich günstiger als Fertigcoil Verdampfer, sondern bieten auch wesentlich mehr Flexibilität und Spielraum, um zu experimentieren. Dies ist möglich, weil man hier die Coil, also die Heizwendel, selbst herstellt und in den Verdampfer einsetzt.

Dadurch bieten sich zahlreiche Möglichkeiten bei der Auswahl von Material, Materialstärke, Wickelform und so weiter. Auch andere Details, wie beispielsweise der Abstand zwischen der Wicklung und der Luftzufuhr im Deck, können verändert werden. Wer auf der Suche nach seinem individuell „perfekten Geschmack“ ist, hat hierdurch wesentlich bessere Chancen tatsächlich fündig zu werden, als bei einem vergleichsweise unflexiblem Fertigcoil Verdampfer.

Und was sind Clearomizer?

Der Begriff Clearomizer sorgt auch immer mal wieder für Verwirrung, denn eigentlich hat er heute kaum noch eine Daseinsberechtigung. Er setzt sich zusammen aus „Clear“ und „Atomizer“, der englischen Bezeichnung für Verdampfer.

Die ersten Verdampfer auf dem Markt waren in der Regel geschlossen und aus Metall. Mit der Zeit kamen dann Modelle, bei denen die Seitenwände (wenigstens teilweise) aus Glas oder Kunststoff gefertigt wurden und es so ermöglichten immer den aktuellen Liquidstand im Tank zu sehen. Dadurch hatte man immer alles im Blick und gerade für Anfänger konnte man das Risiko von Dry Hits so deutlich senken.

Zwei verschiedene Clearomizer - Verdampfer mit transparentem Tank.

Heutzutage sind komplett geschlossene Modelle eher zu Exoten geworden. Die meisten aktuellen Modelle lassen (wenigstens einen eingeschränkten) Blick auf die verbleibende Liquidmenge im Tank zu, sodass es sich fast immer um „Clearomizer“ im klassischen Sinne handelt. Insofern schafft der Begriff inzwischen zumeist mehr Verwirrung, als das er wirklich dabei hilft das Modell zu finden, dass das Herz begehrt.

Verschiedene Verdampfer Eigenschaften

Von den unterschiedlichen Bauarten einmal abgesehen, gibt es auch noch einige übergreifende Eigenschaften, in denen sich Verdampfer unterscheiden können.

Bottom Fill, Side Fill und Top Fill Verdampfer

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von Verdampfern ist die Art der Befüllung mit Liquids. Geschmacklich ergeben sich hierdurch in der Regel keinerlei Unterschiede, lediglich die Handhabung ist etwas unterschiedlich.

Bottom Fill Verdampfer waren früher Standard. Um sie zu befüllen, muss der Verdampfer vom Akkuträger geschraubt und auf den Kopf gestellt werden. Dann schraubt man das Deck vom Tank, befüllt ihn, schraubt das ganze wieder zu und kann den Verdampfer dann wieder auf den Akkuträger setzen.

Bei neueren Verdampfer-Modellen sind inzwischen Top Fill Systeme zum Standard geworden. Zum Nachfüllen muss der Verdampfer nicht vom Akkuträger genommen werden, sondern der „Deckel“ des Verdampfers, die sogenannte „Top Cap“, kann abgeschraubt oder zur Seite geschoben und der Tank so einfach mit neuem Liquid befüllt werden. Bei Side Fill Verdampfern ist es ähnlich, hier befindet sich die Nachfüllöffnung jedoch nicht oben, sondern, wie der Name schon sagt, an der Seite des Verdampfers.

Top Fill Verdampfer sind definitiv etwas komfortabler in der Handhabung, aber der Zugewinn ist hier nicht so groß, dass dies in vielen Fällen einen Faktor bei einer Kaufentscheidung spielen sollte. Die einzige Ausnahme davon dürften Modelle mit relativ kleiner Tankkapazität im Vergleich zum eigenen Verbrauch sein. Wenn man einen Tank dreimal täglich oder noch öfter nachfüllen muss, kommt da schon ein bisschen Zeitersparnis gegenüber einem Bottom Fill System zusammen.

Top-Fill Verdampfer mit abgenommener Top Cap, sodass Einfüllöffnungen zu sehen sind.

Top Coiler vs. Bottom Coiler

Auch die Wicklung, die sogenannte Coil, kann entweder oben oder unten im Verdampfer platziert sein.

Als Top Coiler (Kurzform für Top Coil Verdampfer) bezeichnet man einen Verdampfer, bei dem die Heizwendel am oberen Ende platziert ist. Das hat fast nur Nachteile. Durch die geringere Entfernung zum Mundstück ist der Dampf deutlich heißer und das Liquid muss über einen Docht (Silikatschnur, Edelstahlgewebe, o.ä.) zum Coil gebracht werden, was das Risiko für einen Dry Hit bei leererem Tank steigert. Andererseits schwören einige Dampfer auf Top Coiler, weil sie davon überzeugt sind, dass der Geschmack hiermit besonders gut ist.

Bottom Coil Modelle, also Verdampfer, bei denen die Coil am unteren Ende verbaut wird, sind wesentlich stärker verbreitet als Top Coiler. Die Schwerkraft sorgt hier dafür, dass die Watte bzw. das verwendete Trägermaterial bis der Tank wirklich so gut wie leer ist mit Liquid versorgt wird.

Bottom Airflow vs. Top Airflow Verdampfer

Verdampfer können sich auch im Hinblick auf die Positionierung der Airflow unterscheiden. Während früher vor allem eine Bottom Airflow, also eine (ggf. einstellbare) Luftzufuhr zum Coil am unteren Ende des Verdampfers zum Einsatz kam, finden sich inzwischen überwiegend Top Airflow Verdampfer auf dem Markt. Wie der Name schon sagt, befindet sich eine Top Airflow oben am Verdampfer.

Auslaufsicher und kühl(er)

Die Motivation hinter der Entwicklung von der Bottom zur Top Airflow ist recht einfach erklärt: Besonders bei der Nutzung einer Base mit hohem PG-Anteil im Liquid oder schlecht eingebautem Trägermaterial ist das Risiko hoch, dass das Liquid aus den Luftlöchern ausläuft. Verwendet man dann noch ein Modell, bei dem es sich gleichzeitig um einen Top Fill Verdampfer handelt, steigt das Risiko zusätzlich. Durch das Öffnen des Deckels geht der Unterdruck im Tank verloren und schon lässt die Schwerkraft das Liquid aus der Bottom Airflow hinaus fließen.

Findige Entwickler haben für diese Probleme eine prinzipiell sehr simple Lösung gefunden, indem die Belüftungslöcher einfach oben statt unten positioniert wurden. Die Luft wird nun in der Regel durch einen zusätzlichen Kanal, der den Kamin umgibt, an der Wicklung vorbei zum Mundstück befördert. Dabei wird das verdampfte Liquid im Kamin durch die vorbeiströmende Frischluft von außen noch ein bisschen gekühlt, was als netter Nebeneffekt gesehen werden kann, da die wenigsten Dampfer wärmeren Dampf bevorzugen.

Zu einhundert Prozent auslaufsicher ist zwar auch ein Top Airflow Verdampfer nicht, aber bauartbedingt ist das Risiko gegenüber einem Modell mit Bottom Airflow erheblich verringert. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem solchen Modell Liquid dort herauskommt, wo es nicht soll, also der Verdampfer sifft, ist deutlich niedriger.

Art der Coil(s)

Neben den „klassischen“ Coils, die aus einem oder auch mehreren Drahtsträngen zumeist spiralförmig gewickelt werden, gibt es auch sogenannte Mesh Verdampfer. Hier kommt eine Art dünnes „Gitterblech“ zum Einsatz, dass zum Halbkreis gebogen und dann über (viel) Watte in den Verdampfer gespannt wird. Da so ein Mesh Verdampfer viel Luft benötigt, findet er eigentlich ausschließlich beim DL Dampfen sinnvolle Verwendung.

Aber auch bei Verdampfern mit „herkömmlichen“ Wicklungen gibt es in diesem Bereich noch mehr Möglichkeiten für Unterschiede. Neben den besonders verbreiteten Single Coil Modellen, also solchen, mit einer einzelnen Wicklung, gibt es recht häufig Dual Coil (zwei Wicklungen) und deutlich seltener auch Triple Coil oder Quadro Coil Modelle. Der Gedanke dahinter: mehr Leistung und Verdampfungsfläche durch mehr Wicklungsmaterial führt zu mehr Dampf und im besten Fall auch mehr Geschmack. Ob der Mehraufwand für die zusätzlichen Wicklungen sich tatsächlich lohnt, muss selbst herausgefunden werden, denn wie so oft ist auch das wieder individuelle Geschmackssache.

Den Verdampfer passend zur Zugtechnik wählen

Beim Dampfen wird zwischen zwei unterschiedlichen Zugtechniken unterschieden. Dem MTL Dampfen und dem DL Dampfen. Wer MTL („Mouth to lung“) dampft, zieht den Dampf erst in den Mund und danach in die Lunge, was dem Rauchen einer Tabakzigarette sehr nahe kommt. Beim D(T)L Dampfen („Direct to lung“) hingegen wird der Dampf direkt in die Lunge inhaliert, wie man es beispielsweise auch vom Rauchen einer Shisha kennt.

In der Praxis sind die Übergänge zwischen dafür passenden Modellen oft fließend und definieren sich über den Zugwiderstand. Viele MTL Verdampfer erlauben „restriktives“ DL Dampfen und umgekehrt gibt es auch DL Verdampfer, die einen „offenen“ MTL Zug ermöglichen. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar grundlegende Unterschiede zwischen den für die jeweilige Zugtechnik ausgelegten Modellen.

MTL Verdampfer

MTL Verdampfer sind besonders bei Umsteigern sehr beliebt, weil das Zugverhalten dem einer Zigarette sehr nahe kommt. Der Zugwiderstand ist in der Regel höher als bei DL Verdampfern und es wird im direkten Vergleich auch deutlich weniger Liquid verbraucht. Dabei müssen sich die MTL Verdampfer geschmacklich nicht hinter DL Modellen verstecken.

Bei den aufgrund der Zugtechnik auch als „Backendampfer“ bezeichneten MTL Verdampfern wird üblicherweise mit recht wenig Leistung gearbeitet, häufig unter 15W, oft sogar unter 10W. Das erklärt sich dadurch, dass vergleichsweise hohe Widerstände bei den Coils verwendet werden. Die Heizwendeln der Backendampfer gehen zumeist erst bei 1,2 Ohm los (auch wenn 1 Ohm traditionell vielfach als Grenze zwischen DL und MTL Dampfen definiert wird). Heizwendeln mit 2 Ohm und mehr sind ebenfalls möglich, finden aber in der Praxis nur selten Verwendung.

Auch wenn bei MTL Verdampfer keine so große Luftmenge wie bei DL Verdampfern benötigt wird, sollte eine Form der Airflowcontrol (egal, ob über Einsätze im Deck oder durch drehbaren Ring am Verdampfer) vorhanden sein. Wie an ganz vielen Stellen beim Dampfen, ist nämlich auch der Zugwiderstand eine sehr individuelle Angelegenheit, denn auch beim MTL Dampfen gibt es unterschiedliche Vorlieben, die vom „Golfball im Gartenschlauch“ bis zu einem sehr geringen Zugwiderstand reichen.

DL Verdampfer

Ein DL Verdampfer, der häufig auch gemeint ist, wenn jemand von einer E-Shisha spricht, wird genutzt, wenn der Dampf direkt in die Lunge inhaliert werden soll, also jemand „DL dampft“. Sie werden mit vergleichsweise hoher Leistung betrieben und zielen in der Regel darauf ab möglichst viel Dampf zu liefern.

Damit das alles klappt, muss der Verdampfer darauf ausgelegt sein mit niedrigen Widerständen (angegeben in Ohm) der Coil zurechtzukommen. Daher wird in diesem Zusammenhang auch immer wieder von Sub Ohm Verdampfern gesprochen, da sie zumeist für Widerstände unter einem Ohm ausgelegt sind.

Damit es bei einer hohen Leistung nicht zu heiß wird und etwas anfängt zu kokeln und auch damit die Zugtechnik vernünftig funktioniert, ist außerdem ein ausreichend großer zusätzlicher Luftzufluss vonnöten. Ist keine entsprechende AFC (siehe oben) vorhanden, gestaltet sich dies schwierig.

Welcher Verdampfer passt auf welchen Akkuträger?

Damit es hinterher keine ärgerlichen Überraschungen gibt, sollte man sich vor dem Kauf eines Verdampfers Gedanken darüber machen, ob er auch zum geplanten Akkuträger passt. Anhand der folgenden fünf Eigenschaften kann schnell festgestellt werden, ob dies tatsächlich der Fall ist.

Durchmesser

Im ersten Moment könnte man denken, dass der Durchmesser eines Verdampfers vor allem aus optischen Gründen zu den Maßen des Akkuträgers passen sollte. Tatsächlich sorgt besonders ein zu großer Verdampfer aber auch für ganz praktische Probleme. Durch den Überstand kann es bspw. leichter zu Beschädigungen kommen und „einfach mal hinstellen“ kann manchmal auch nicht mehr so gut funktionieren, da die Kombination dann zu „kopflastig“ wird.

Meistens ist aber das größte Problem, dass eine nicht zusammenpassende Kombination auch nicht mehr so richtig gut in der Hand liegt. Man kommt dann doch öfter als man denkt an die überstehende Kante und das fühlt sich dann einfach nicht mehr gut an und nervt.

Der Durchmesser eines Verdampfers ist in der Regel mit angegeben. Beim Akkuträger muss man dann einfach bei den Maßen auf die angegebene Breite und Tiefe achten und diese mit dem Verdampferdurchmesser vergleichen. Der kleinere Wert sollte mindestens dem Durchmesser des Verdampfers entsprechen, ansonsten kommt es zu einem Überstand.

Ist ein Akkuträger zum Beispiel 45mm breit und 23mm tief, sollte der Verdampfer maximal einen Durchmesser von 23mm haben (erfahrungsgemäß ist man mit einem Millimeter weniger in den allermeisten Fällen auf der sicheren Seite).

Widerstand

In der Theorie sollte natürlich auch der unterstützte Widerstand (in Ohm angegeben) des Verdampfers auf den Akkuträger abgestimmt sein. In der Praxis ist die unterstützte Spanne aber in der Regel so groß, dass sich kaum ein Shop die Mühe macht diese Angabe überhaupt aufzuführen. Besonders bei Fertigcoil Verdampfern, die zumeist keinen oder nur wehr wenig Spielraum bei den Widerständen bieten, schadet ein kurzer Abgleichversuch vorab trotzdem nicht.

Leistung

Ähnlich sieht es bei der Leistung (in Watt angegeben) aus: Natürlich hat auch hier jedes Gerät Leistungsgrenzen, aber entsprechende Angabe sucht man in der Regel lange. Wer DL Dampfen will sollte nicht nur auf einen Akkuträger achten, der passende Akkus aufnehmen kann, sondern auch die Tipps für DL Verdampfer oben beachten.

Gewinde

Praktisch alle halbwegs aktuellen Verdampfer Modelle verfügen über ein 510er-Gewinde, gleiches gilt für die Akkuträger. Das Risiko hier daneben zu greifen hält sich stark in Grenzen, aber ein kurzer Blick sorgt auch an dieser Stelle für Sicherheit in Sachen Kompatibilität.

Optik

Wenn alle anderen Punkte berücksichtigt sind, sollte man eine letzte Sache aber auch nicht außer acht lassen: Die Optik. Man wird die E-Zigarette vermutlich recht regelmäßig in der Hand haben, und wenn der Verdampfer nicht gefällt oder aus Sicht des Dampfers einfach optisch nicht mit dem Akkuträger zusammenpasst, stehen die Chancen recht hoch, dass einem das früher oder später auf die Nerven geht und man sich dann doch ein anderes Modell kauft. Das kann man um den HWV zu befriedigen zwar machen, aber wenn man sich vorab Gedanken darüber macht, kann man auch zunächst einmal ein bisschen Geld sparen.

Häufige Fragen zu Verdampfern

Was kostet ein guter Verdampfer?

Teuer bedeutet nicht unbedingt automatisch auch gut – das mag zu Omas Zeiten mal anders gewesen sein, aber heutzutage muss man nicht zwangsläufig ein kleines Vermögen ausgeben, um ein gutes Produkt zu erhalten. Das gilt auch für Verdampfer.

Wer nicht unbedingt das neuste Modell auf dem Markt haben muss und ggf. auch hier und da mal ein paar Abstriche machen kann, findet reichlich brauchbare Auswahl schon im Bereich von 20 bis 30€ – Neuware aus Deutschland wohlgemerkt. In Sachen Geschmack (der ja sowieso höchst subjektiv ist) müssen sich viele der günstigeren Modelle keineswegs verstecken. Vielleicht ist dann mal ein Gewinde etwas schwergängiger oder ein Montagsmodell ist durch die Qualitätskontrolle gerutscht, aber das kann man bei solchen Preisen dann auch mal in kauf nehmen.

Wer das anders sieht und überzeugt ist mit dem passenden Verdampfer noch ein paar Prozent „mehr Geschmack“ raus kitzeln zu können, findet natürlich auch dafür entsprechende Angebote, die aber oftmals nahe an oder sogar über 100€ liegen. Und bitte nicht falsch verstehen: Auch solche Modelle haben absolut Ihre Berechtigung, aber es gibt gute Verdampfer auch für vergleichsweise wenig Geld. Den HWV kann man jedenfalls mit beiden Varianten gut besänftigen ;)!

Benötigt man mehrere Verdampfer?

Man kann immer nur einen Verdampfer zur Zeit nutzen, insofern braucht man zum Dampfen eigentlich auch nur einen. Wer jedoch mit dem Rauchen aufhören und aufs Dampfen umsteigen möchte, ist zumeist gut damit beraten ein zweites Gerät zu besitzen, falls das erste den Geist aufgibt. Das passiert zwar eher selten, aber wenn dann sonntags (oder einfach nach Ladenschluss), sodass kein Ersatz kurzfristig verfügbar ist. Besonders in der Anfangszeit ist in einem solchen Fall das Risiko wieder zur Kippe zu greifen dann oftmals ziemlich groß.

Davon völlig abgesehen gibt es aber noch ganz andere Gründe, aus denen man sich nach und nach verschiedene Verdampfer zulegt. Sei es um DL– und MTL-Dampfen auszuprobieren oder aber neben einem Fertigcoiler auch Selbstwickler Verdampfer für sich zu entdecken. Wer längere Zeit beim Dampfen bleibt, wird früher oder später immer eine gewisse Auswahl angeschafft haben.

Einzelnachweise

¹ https://de.wikipedia.org/wiki/Kapillarit%C3%A4t (letzter Zugriff: 20.03.2022).

² https://de.wikipedia.org/wiki/Stromw%C3%A4rmegesetz (letzter Zugriff: 20.03.2022).